Cyrill Lachauer zeigt in der artothek eine neue Werkgruppe, die im Anschluss an einen längeren Aufenthalt im Westen der USA entstanden ist. Dabei geht es um gefundene Fragmente aus der Neuen Welt, die zugleich eine Brücke schlagen zwischen Amerika und Europa, um die Dimensionen von Landschaft und Natur, deren Entdeckung, kulturelle Aneignung und Eroberung, wie um Kolonisation, Vermessung und Zerstörung. All dies verbindet ‚der stetig Reisende‘ auf höchst subjektive Weise mit seinen Erfahrungen als Ethnologe, Filmemacher und Künstler.
„In der Ausstellung ‚Further Conversations With Don Juan‘ verschränkt Cyrill Lachauer repräsentationskritische Diskurse eurozentristischer Geschichtsschreibung mit kulturanthropologischen Ansätzen und sucht in den offen und seriell angelegten Werkgruppen Macht- und Legitimationsfragen nachzugehen, die eine direkte Anbindung an postkoloniale und poststrukturalistische Diskurse darstellen.
Zu sehen sind Fotoarbeiten, die sich aus historischen Fotografien und eigenen Aufnahmen zusammensetzen, sowie Siebdrucke, Objekte und Installationen aus Materialien wie roter Ocker, Pferdedecken oder Messing. Diese sind ebenso als Einzelstücke, wie auch im Rahmen einer künstlerischen Feldforschung im Zusammenspiel einer dialogischen Poliphonie, als site specific installation lesbar, in der alle Teile räumlich und inhaltlich aufeinander bezogen sind. Die Architektur dient dabei als Klammer für die mehrteiligen Serien, die thematisch korrelieren. …
Die Arbeiten beziehen sich auf den im Niedergang begriffenen amerikanischen Mythos als kulturelle Herrschaftsstruktur, der aktuelle Beziehungen zu Deutschland aufweist. Die Serien zielen auf unterschiedliche Identitäts-Vorstellungen oder Mythen.“
Heike Fuhlbrügge, Cyrill Lachauer – Further Conversations With Don Juan oder – ‚the artist as ethnographer‘ und Revolutionsanstifter, 2014 (Auszug)