Clara Lena Langenbach zeigt in ihrer Soloausstellung in der artothek – Raum für junge Kunst unter dem Titel „Fight or Flight. What does it mean to be held by an object?“ eine Rauminstallation mit Objekten aus Keramik, Metall und Holz, graphischen Arbeiten und textilen Raumteilern.
Darin setzt sie ihre künstlerische Auseinandersetzung mit medizinischen Prozessen und dem schmalen Grat zwischen natürlicher Körperlichkeit und mechanischen Eingriffen fort.
Unverzichtbare Stützhilfen für den Körper stehen dem Ideal körperlicher Optimierung gegenüber. Ihr stummer Dialog führt zu einem wechselseitigen Hinterfragen der Vorstellungen von normierten Körpern. Die Künstlerin bedient sich dazu vertrauter Erscheinungsformen von Körpern und Körperbildern und transformiert diese in abstrahierte Strukturen. Langenbach versteht Körper dabei als formbare Objekte, die durch äußeren Druck – ob physisch oder gesellschaftlich – beeinflusst, verändert oder eingeschränkt werden.
„So wie die Wirbelsäule das Zusammenspiel von Stabilität und Beweglichkeit verkörpert, balancieren Clara Lena Langenbachs Werke die Dualität von Freiheit und Einschränkung, Natur und Technik. Sie bewegt sich damit an der Schnittstelle von Körper, Material und gesellschaftlicher Norm und macht darin eingeschriebene Gegensätze sichtbar. Indem Langenbach die Ambivalenz zwischen organischen Formen und starren Strukturen inszeniert, werden die Werke zu Grenzgängern zwischen Einschränkung und Freiheit, Dynamik und Starre, Gesundheit und Krankheit.“ (Anna Maria Linder)