4. September bis 18. Oktober 2025

Vanja Smiljanić

On Board Were The Twelve

© Foto Mareike Tocha

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Vanja Smiljanić realisiert die Visualisierung ihrer langjährigen Recherche zur Mythologie von Atlantis in einer ortsspezifischen Installation in der artothek – Raum für junge Kunst.

Davon ausgehend, dass 12 auserwählte Abgesandte von Atlantis den Untergang an anderen Orten überlebt haben, entwickelt Vanja Smiljanić in der artothek eine konkrete Erscheinungsform zu dem spekulativ fluiden Konstrukt einer möglichen Historie. „Was könnte sein, wenn?“ ist hierzu eine grundlegende Fragestellung.

Auf einer Sequenz von acht Gemälden erscheinen die Überlebenden von Atlantis und bilden auf Plattformen montiert eine lange Prozession quer durch den Raum der artothek. Neben den alten Gottheiten erscheinen der Dichter, der Arzt, der Bauer, der Wissenschaftler und der Magier als (Zeit-) Reisende an Bord von Booten, einem U-Boot und einem fliegenden Raumschiff/Flugzeug. Sie treten auf den Gemälden für den Zeitraum der Ausstellung körperlich in Erscheinung und machen Spekulationen über Atlantis in einer Parallelwelt der Möglichkeiten greifbar. Vanja Smiljanić nutzt die Gelegenheit, um diesem phantastischen Konstrukt ihre inhaltliche Prägung zu geben. So werden Fragen zu Ökologie der Meere und einem Zusammenleben verschiedener, fluider Spezies ebenso angesprochen wie Überlegungen zu einer idealen Gesellschaft.

Formal greift Smiljanić die sehr ursprüngliche Tradition der ritualisierten Bewegung durch

öffentlichen Raum auf, einschließlich religiöser Prozessionen oder politischer Demonstrationen. Sie war und ist auch heute noch ein mächtiges Instrument für Protest und Widerstand, sie macht marginalisierte Gruppen sichtbar und dient als Medium für das Erzählen von Geschichte(n).

 

Im Begleitprogramm zur Ausstellung ist die artothek zu Gast im Kölnischen Kunstverein. Am 8.10.2025, um 19 Uhr zeigt Vanja Smiljanić die Lecture Video Performance „Labyrinth Riders in (Dis)Remembering Atlantis.”

Die Performance besteht aus einem 19-minütigen Video, das drei ehemalige atlantische Bürger zeigt, die versuchen, in die Gegenwart zurückzukehren, während sie sich durch die Sicherheitsüberprüfungen der Einreisebehörde bewegen. Das Video ist eingebettet in einen performativen Prolog und Epilog, in denen Vanja Smiljanić das Potenzial von Atlantis als sozio-politisches Instrument weiter ausführt. Dabei erprobt die Multimediakünstlerin die gestalterischen Möglichkeiten einer nicht-linearen Erzählung.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kunststiftung NRW und die Freunde der artothek Köln e.V.